Radreise 2017

Die Kürzeste

Nach einem Jahr Pause ist es wieder so weit. Eine Radreise steht an. Dieses Mal habe ich die Route ausgearbeitet. Nachdem wird die bereits vorliegende Tour von Ute 2016 wegen einer schweren Erkrankung, komplett stornieren mussten,  war ich diesmal an der Reihe. Es fiel mir aber nicht schwer, denn Ute hatte die Tour bereits 2016 in gewohnt gekonnter Weise ausgearbeitet. Alles ist geplant, die Quartiere sind reserviert.

 

Werner und Ute, unsere "Radlerfreunde" sind bereits voraus gefahren. Sie erwarten uns zum Abendessen im Steakhaus in Wedel.

 

Anreise:

Am 24. Mai 2017 fahren um 07:00 Uhr los. Wir nehmen zuerst nicht die Autobahn, denn das Teilstück nach Würzburg ist permanent überlastet.

 

Bis zum Elbtunnel sind wir gut vorangekommen. Aber hier ist, wie fast immer, Stau. Schnell zuvor noch in ein anderes Tunnel abgebogen und die nächste Ausfahrt abgefahren. Das Hotel mitten in Wedel ist etwas schwer zu finden, das Navi führt uns irre. Schließlilch klappt es und wir können einchecken. Das freundliche Personal und der Chef erlauben mir, mein Auto in der Hofeinfahrt für die Dauer der Radreise hier zu parken.

Donnerstag , 24.05.2017

Gegen 09:00 Uhr gehen wir frühstücken. Beim Abendessen hat uns Ole, der Schwiegersohn von Ute und Werner, überrascht. Er hat uns angeboten, mit seinem Motorboot in Hamburg eine Hafenrundfahrt ganz besonderer Art zu erleben.

 

Vor dem Treffen im Hamburger Yachthafen machen wir einen kurzen Abstecher zum "Willkommhöft". Von hier wollen wir morgen unsere Radtour mit einer Überquerung über die Elbe beginnen. Es hat sich hier seit dem letzten Mal einiges verändert. Viel wurde umgebaut und es fährt jetzt auch eine Fähre nach Lühe ans andere Ufer, somit ersparen wir uns einen Umweg über Blankenese.

Wir treffen uns um 13:00 Uhr am Hamburger Yachthafen. Das Boot hat Ole schon vollgetankt. Es ist nicht sehr groß, soll acht Personen Platz bieten, ist aber, wie sich später herausstellen sollte, sehr schnell und es braucht 20 Liter Diesel, nicht auf 100 km sondern in der Stunde.

 

Bei Einsteigen in den wackeligen Kahn haben wir "Landeier" schon so unsere Probleme. Wir sind jedenfalls froh, auf den weißen gepolsterten Sesseln zu sitzen. 

 

Gemächlich geht es raus aus dem Hafen auf die Elbe. Es ist windig und nicht all zu warm. Ich sage noch zu Ole: "Zum Glück gibt es auf der Elbe keine Wellen."  Weit gefehlt, was wir später feststellen mussten. 

Ole gibt Gas und verliert einen oder zwei Fender. Vor einem riesigen Schiff dreht er das Boot voll nach links ab. Gott sei Dank sitzen wir fest in den Sitzen. Das Schiff kippt zur Seite und wir müssen uns kräftig festhalten. An Filmen ist eigentlich nicht zu denken. Aber ich hatte vorher meine GoPro auf dem Gimbal montiert und zufälligerweise eingeschaltet, so dass ich jetzt eine unvergesslich Szene, wenn auch nicht mit Absicht, zur Erinnerung habe. Ich werden mal in ruhigeren Zeiten einen Film dieser privaten Hafenrundfahrt, ohne Touristenköpfe vor der Linse, in youtube auf meinen Kanal stellen.

 

 

Jetzt spüren wir auch, welche Wellen es auf der Elbe gibt. Das Boot geht vorne hoch und bei jeder Welle pflatscht es runter, so dass Wasser auf meine Hose spritzt. Irgendwie habe ich eine ungünstige Sitzposition. 

 

Vorbei geht es am Flughafen Finkenwerder, der Fa. Airbus und an dem Traumschiff "Aida Sol". Was für ein schöner Anblick. Das Schiff liegt uns genau gegenüber. Es ist das 8. Schiff der Aida-Flotte. Es ist ein häufiger Gast im Hamburger Hafen, wie uns Ole erzählt. Das Traumschiff verfügt über 1.700 Kabinen. Während ich hier schreibe ist die Aida Richtung Bergen in Norwgen unterwegs.

 

Und wieder ein "Schiffshiglight". Die Katar liegt in der Werft. Normalerweise ist sie an der Küste von Mallorca zu Hause. Die 2010 in der Lürssen Werft erbaute Yacht gehört der Königsfamilie von Katar. Die Baukosten werden auf Dreihundertmillionen US Dollar geschätzt. 

 

An Bord ist Platz für 34 Gäste und 95 Besatzungsmitglieder. Bei einem unserer vergangenen Hafenbesuche konnten wir schon einmal einen Teil einer solchen Yacht sehen. Es war eine Yacht des Milliardärs Roman Abramowitsch. Wir machten damals eine "normale Hafenrundfahrt" für die üblichen Touristen, da lag die Yacht im Hafen, war aber zu 90 Prozent abgedeckt. Den Rest konnte ich auch nicht richtig sehen, da vor mir ca. 50 andere Hafenrundfahrer standen und mir und meiner Kamera die Sicht verdeckten.

Wir wenden und fahren unmittelbar an der neu erbauten Elbphilharmonie, die in der Sonne strahlt, vorbei. Ein Bauwerk, dass von der Elbe aus gesehen, noch imposanter wirkt, als von Land.

 

Wir staunen das Gebäude an und schon geht es rein in die Speicherstadt. Endlich geht es mal etwas langsamer. Vermutlich darf Ole hier auch nicht so aufdrehen. 

Durch etliche niedrige Brücken geht es hinein in die Speicherstadt. Der historische Lagerhauskomplex steht unter Denkmalschutz und ist Teil des Unesco Welterbes. 

 

Entlang der engen Fleete steht ein Backsteinbau nach dem anderen. Heute sind in den Gebäuden zahlreiche Teppichhändler und Museen u. a. das Zollmuseum, das Gewürzmuseum und das Miniatur Wunderland.

Raus aus der Speicherstadt geht es an der Norderwerft und der Lürssen Werft vorbei und unter der Köhlbrandbrücke hindurch bis zum Hamburger Containerhafen. Riesige Containerschiffe liegen hier und werden be- oder entladen. Wir fahren so knapp an den Schiffen vorbei, dass man ganz schön den Hals nach oben strecken muss, weil sie so hoch sind wie Hochhäuser. Ganz langsam fährt Ole an den Riesen vorbei. Menschen sehen wir nicht. Nur ein Lotsenboot legt an und ein Lotse klettert die Strickleiter eines Containerschiffes hoch. Neben MSC und UASC Schiffen liegt dort auch derzeit die "Cap Ricarda" und die "Tihama". 

 

Sie fährt unter der Flagge von Malta. Sie ist 400 m lang und 58, 6 Meter breit. Während ich schreibe befindet sich das Schiff in Tanger, Marokko.

Nach Finkenwerder, wir fahren ganz nah an einem Beluga vorbei, verlassen wir Hamburg und queren die Grenze zu Niedersachsen. Dort trennen plötzliche große Eisengitter die Elbe von den dahinter liegenden Wiesen. Wie wir von Ole erfahren ist dort die Jugendstrafanstalt Hahnöfersand. Wie ich schrieb gehört sie nicht zu Hamburg sondern zu Niedersachsen. Umgeben von grünen Wiesen liegt sie fast idyllisch da. 

 

Trotz der angekündigten Schließung des Gefängnisses muss es doch noch in Betrieb sein, denn ich habe einen Artikel in Spiegel Online gelesen, wo im März ein Einbrecher geflüchtet ist. Laut Medienberichten entkam der 22jährige über einen Seitenarm der Elbe. Da sich die JVA auf einer Elbinsel befindet gibt es dort wohl keine so strenge Bewachung. 

 

Wir lassen die Inseln Neßsand und Hanskalbsand rechts liegen, vorher haben wir aber noch einen schönen Blick auf Blankenese, bis wir wieder in den Hamburger Yachthafen einfahren.

 

Nachdem wir 4 Stunden in der Nussschale ohne Toilettengang verbrachten, sind wir froh in der "Tonne 122" aufs Clo zu dürfen. Weil wir auch nichts getrunken hatten, wäre das Bier nur so weggezischt. Allerdings macht uns der Kellner einen Strich durch die Rechnung, der uns ganz schön lange warten lässt. Letztlich kommt dass Bier doch noch und es zischt hinunter.

Fazit:

Ein für Süddeutsche Landeier, die nichts mit Booten oder Schiffen zu tun haben ein aufregender Ausflug mit exclusiver Hafenrundfahrt.


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Elbetour 4. Etappe

Gorleben nach Wittenberge

Das Frühstück in einem riesigen Saal ist gut. Wir sind die einzigen Gäste. Dei Bedienung, ein Althippie mit langem Pferdeschwanz, ist freundlich und hilft uns bei dem Kaffeeautomaten, der so früh unser technisches Talent überfordert. 

 

Werner hat vor der Abfahrt noch sein Tretlager geölt, das Knacken sollte jetzt verschwunden sein. Am Höhbeck ersparen wir uns die Steigung, indem wir einfach auf der Landstraße direkt nach Gartow fahren. 

 

Als wir den Gartower See umradeln, entdecken wir auf einem alten Baum einen Seeadler. Der See hat eine schöne Lage und am Wegesrand wachsen bunte Wildblumen. Der Ort Gartow rundet das hübsche Bild ab. Die Hauptstraße wird von bunten Häusern im Fachwerkstil mit herrlichen Türen und Blumen eingerahmt. Klar, dass wir zig Fotos machen.

 

Jetzt führt der Weg weiter bis Schnakenburg, wo wir wieder auf die Elbe stoßen. Am Marktplatz von Schnakenburg hat man das Grenzlandmuseum eingerichtet.

 

Das kleine Haus birgt unendliche Unterlagen über die Unmenschlichkeit der deutsch-deutschen Grenze. Von Schriftstücken über Uniformen, Boote und Autos bis hin zum Zollhund, hier ist alles untergebracht. Getragen wird das ganze von Zöllnern (vielleicht auch vom deutschen Zoll), die sich entlang der über 1000 Kilometer langen Grenze 45 Jahre gegenüberstanden. Uns hat das sehr beeindruckt, und so schreibe ich dann auch einen Spruch in das ausgelegte Gästebuch. Vor zwanzig Jahren hätten wir diese Radtour nicht machen können, das wird uns hier wieder bewusst.

 

 

Mit der Fähre im Ort wechseln wir dann auch ma1 wieder das Elbufer. Über Kopfsteinpflaster geht es holpernd zum Anleger. Ich komme mit einem anderen Radler ins Gespräch. Er ist aus Koblenz und will bis Rügen radeln. Zusammen nutzen wir die Fähre nach Lütkenwisch und verlassen jetzt endgültig die alten Bundesländer. Nun geht es bis nach Dresden durch die neuen Länder. Doch die schöne Elblandschaft verändert sich nicht. Bei der ersten Möglichkeit machen wir eine Vesperpause. Vom Deich geht der Blick weit über die Elbe.

 

Auf beiden Seiten wird der Fluss von den typischen Buhnen gesäumt und gibt der Elbe ihr ganz eigenes Gesicht.

Auf dem Deich fahren wir bis Müggendorf, wo wir die vielen Storchennester bestaunen. Das kleine Hofcafe lädt zur Kaffeepause ein. Die Sonne scheint, und wir sind für jede Flüssigkeit dankbar. Na ja, ich für Bier, der Werner für Kaffee. Gitti und Ute sind da nicht so wählerisch, Hauptsache das Radler ist kalt. Irgendwo erwische ich die falsche Kurve, und statt auf dem Radweg sind wir plötzlich am Elbeufer. 

 

 

Für Ute eine gute Möglichkeit endlich mal ihre Hände ins Wasser zu halten. Na ja, ob ich da baden wollte, weiß ich nicht. Kalt ist das Wasser jedoch nicht. Der schöne Elbestrand verlockt schon zum Verweilen und zum Sonnenbaden. Wir fahren jedoch weiter. Gegenüber leuchtet eine schneeweiße Fachwerkkirche zu uns herüber.

Bis Wittenberge ist es nun auch nicht mehr weit. Vorbei an kleinen Vorstadtgärten führt der Weg auf dem Deich gerade auf unser Hotel zu. Die Angabe im Radführer, "direkt am Elberadweg" ist wirklich korrekt. Das Haus ist allerdings ein mausgrauer DDR-Steinklotz. Wir schauen uns ein wenig fragend an, was das wohl wird. Die Tür ist auch noch verschlossen, super. Wo kommen wir rein. Eine ältere Dame spricht uns an: ,,Haben Sie reserviert? Das Haus ist belegt." Haben wir ja, Gott sei Dank. ,,Dann können Sie Ihre Räder hier abstellen und dann kommen Sie bitte mit". Und schon steigen wir schwer bepackt die Treppen hinter der Dame hinauf. Die Zimmer erweisen sich dann hell und freundlich und ausgestattet mit schönen Holzmöbeln. Ein Kühlschrank mit Getränken ist auch vorhanden - aber leider ohne Bier! ,,Und Morgen früh bitte pünktlich zum Frühstück erscheinen, denn ich mache etwas 'Warmes". Gut, der Ton ist ein wenig militärisch, aber die Zimmer sind okay. 

Wir gehen erstmal wieder runter in das Cafe nebenan. Der Durst bringt uns sonst um. Mit Blick auf die Elbe und den kleinen Hafen genießen wir die kühlen Getränke. Dann verabreden wir uns zum Abendessen.

 

Bekannte verfolgen unsere Radtour auf der Landkarte und wollen mal hören, wo wir uns tatsächlich befinden. Zum Lokal ,,Zum Fährmann", müssen wir vielleicht 200 Meter laufen, es liegt am Sportboothafen und somit auch direkt an der Elbe. Gitti wäre wohl lieber zum Sternekoch nebenan gegangen, aber wir Männe sind nicht bereit, dessen Preise zu bezahlen.


Wortlos fügt sie sich in ihr Schicksal. Die Waldpilzsuppe und das Zanderfilet brauchen sich aber wirklich nicht zu verstecken. Als Betthupferl trinken wir im Cafe neben unserem Hotel noch einen "Sundowner". Der Sonnenuntergang über der Elbe ist sogar so schön, dass Werner ihn unbedingt im Foto festhalten muss. 

 

Eine kleine Geschichte am Rande: Eine ca. 8 cm lange Grille, ein grünes Heupferd, hat sich mein Fahrrad als Taxi ausgesucht. Sie klammert sich sozusagen an dem Rad richtig fest und ich habe Mühe, sie loszuwerden.  


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Elbetour 3. Etappe

Von Hitzacker nach Gorleben

Das Wetter scheint auch heute schön zu bleiben. Um aus Hitzacker herauszukommen, müssen wir einen kleinen Umweg über die Landstraße fahren, denn die Straße zum Elberadweg wird neu asphaltiert und ist zurzeit gesperrt. In Wussegel - wir sind schon wieder auf dem Radweg - ist das schöne Lokal leider noch nicht geöffnet. Schade, hier hätten wir selbst so früh schon eine Pause eingelegt.

Unter den alten Bäumen mit Blick auf die Elbe hätte uns alles geschmeckt. Der Radweg führt wieder am Deich entlang, die Bögen, die die Elbe macht, sind so groß, dass wir sie nicht einmal bemerken. Die neue Brücke bei Dömitz spannt sich hoch über die Elbe, schön ist sie allerdings nicht. Erst nach der Wende ist sie gebaut worden. Die alte zerstörte Brücke steht ein paar Meter weiter als trauriges Denkmal eines geteilten Landes.
Hier an der neuen Brücke neben der Straße steht ein Bäckerwagen, dort bekommt Werner seinen Kaffee, ich ein Bier und für die Frauen gibt es Saft und Kuchen. Eine Wespe ist von mir oder von meinem Bier so begeistert, dass sie immer wieder zu mir hinfliegt. Meine Abwehr kann sie gar nicht verstehen und wird etwas aggressiv. Unter der alten Eisenbahnbrücke machen die Bauern Heu und wir zählen 25 Störche, die dort auf leckere Bissen lauern. Immer wieder freuen wir uns über die Störche. 

 

Wir sehen auch viele Fischreiher, Raubvögel- meist Weihen oder Milane - und sogar mal zwei Rehe. Die Landschaft ist wunderschön. Eine große Schafherde wird vom Bauern gerade aus dem umzäunten, nächtlichen Pferch herausgelassen. Fröhlich blökend kommen sie uns am Deich entgegen.

Kurz vor 13.00 Uhr sind wir in Langendorf. Werner hat uns bei Ilse-Marie und Kalle (ein Cousin von Ulrike) angekündigt, sie haben sich wohl 25 Jahre nicht mehr gesehen. Nach einer kurzen Erinnerungsfahrt durch Brandleben und durch Langendorf radeln wir in den Hof der beiden hinein.

 

Die Begrüßung ist herzlich und wir setzen uns in den Garten und Ilse-Marie macht Kaffee. Es wird von alten Zeiten geplaudert, der Stoff zum Klönen geht nicht aus. Nach einer Stunde kommt auch Lalle dazu. Dann gibt es erstmal einen guten, mindestens doppelten Cognac zum Kaffee. Anschließend zeigt er uns per Fahrrad ihre Ferienwohnungen im Dorf, die Biogasanlage, die er gerade baut und noch die Wohnlage der Schwestern Rabiata. Zurück am Hof gibt es noch mal Kaffee und Kuchen, den Ilse-Marie schnell geholt hat. Den zweiten Cognac lehnen wir dankend ab, schließlich haben wir noch ein paar Meter mit dem Fahrrad vor uns.
Um 16.00 Uhr verabschieden wir uns, die Pflicht ruft auch Ilse-Marie, d.h. die Kühe warten aufs Melken. Wieder zuhause in Bayern stellen wir entsetzt fest, dass wir nicht mal ein Foto von den beiden gemacht haben.
Jetzt nieselt es wieder ein wenig, für die Regenkleidung ist es aber nicht nass genug. Fast bis Gorleben führt der Radweg jetzt neben der Straße her. Der Autoverkehr ist aber so gering, dass das Radeln trotzdem ein Genuss ist. Ab und zu geht es durch Wald, hier ist der Regen überhaupt nicht zu spüren. Als wir um 17.00 Uhr vor dem Deichhaus in Gorleben stehen, ist mein Kopf auch wieder "cognacfrei“. Auch hier haben wir wieder schöne Bauernzimmer, obwohl das Haus sehr modern gebaut ist. Zum Abendessen müssen wir allerdings in den Ort, unser Hotel ist nur „garni“. An der Kaminstube sind wir vorbeigeradelt, dorthin wollen wir zum Essen gehen, es sind vielleicht 500 Meter zu laufen. Die Wahl ist gut. Krabbensuppe und Fischplatte (Matjes, Aal in Gelee, Brathering, Sahnehering) sowie Minestrone und Roastbeef schmecken ausgezeichnet. Dazu gibt es natürlich Bratkartoffeln. Satt laufen wir zum Hotel zurück, dort nehmen wir in der Bar noch einen Drink vor dem Schlafengehen.

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Elbetour 2. Etappe

Marschacht bis Bleckeder Moor

Der Tag erwartet uns regnerisch trüb. Nachdem Frühstück warten wir in der Hotelhalle erstmal den starken Regenguss ab, bevor wir eingepackt in unsere Regenklamotten die Räder bepacken. Als der Himmel etwas auflockert starten wir gegen 9:15 Uhr. 

Irgendwann lässt der Regen nach und die Sonne kommt sogar manchmal heraus. Der Wind, oder ist es Sturm, schiebt uns voran. Gott sei Dank kommt er diesmal von hinten.

 

Wir radeln immer am Deich entlang. Wie so oft sind die schönen Dörfchen von Reetdachhäusern gesäumt.

 

In Artlenburg müssen wir den Elbeseitenkanal queren. Da der Bikelineführer hier den Faden verloren hat, suchen wir den Weg. Nach einer kleinen Ehrenrunde sind wir wieder auf der Spur, da wir uns schon vorher etwas gestärkt hatten, überhaupt kein Problem.

Den Blick auf Lauenburgs schöne Altstadt können wir dann mit etwas Sonne genießen. Es geht weiter auf dem Deich, Schafherden und die schöne Landschaft wechseln sich ab. Herrliche Wiesen leuchten durch riesige Blutweiderichflächen lila und immer wieder sehen wir Störche. Der große Vogel ist schon beeindruckend.

In Radegast übermannt uns der Durst und wir machen in einer kleinen Gaststätte am Weg Rast. Die Wirtin erzählt uns verärgert, dass sie eine Reisegruppe von 60 Mann sitzengelassen hat. Nur ein paar der Wanderer kamen und stritten die Reservierung ab. Nun sitzt sie auf 50 Portionen Schnitzel mit Blumenkohl. Es tut uns leid, aber wir haben noch keinen Hunger aber wir können ihren Ärger gut verstehen.

 

Ab Garze strampeln wir noch ein paar Meter durch Wald und Flur, schrecken einen Habicht auf, der direkt vor uns auffliegt. Dann kommt endlich unser Quratier in den weit verstreuten Gehöften in Sicht. Bleckeder Moor 26, ein Bauernhof, der einladend auf uns wartet. Es ist etwa Halbvier und die Sonne lacht. Im Schuppen neben dem Pferdestall können wir die Räder unterstellen. Der Sohn des Hauses begrüßt uns. Dann kommt die Hausfrau und bietet uns an, für uns zu kochen. Wir brauchen so nicht nach Garze zurückradeln. Schnitzel mit Pilzen und Bratkartoffeln. Es könnte nicht besser sein.

 

"Ist 18:00 Uhr recht?", fragt die Wirtin. Welche Frage, Hunger haben wir immer nach dem Radeln. Die Zimmer sind mit hübschen Bauernmöbeln ausgestattet und eine große Terrassentür führt in den Garten. So nutzen wir die Sonnenstrahlen und setzen uns mit einer Erfrischung nach draußen. Ich ziehe mein T-Shirt aus und setze mich halb nackt und weiß wie ein Kalkeimer in den Rasen.

 

 

Als die Sonne sich verzieht ist es auch schon Zeit zum Abendessen, das dann reichlich und gut den Abend abrundet. Der Kühlschrank des Hauses ist aufgefüllt worden. So ist der Abend auch gerettet.



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Elbetour 2007, 1. Etappe

Hamburg/Berne bis Marschacht

Zuerst müssen wir durch die Stadt bis nach Stapelfeld kommen. Der Straßenlärm macht uns zu schaffen. Von dort geht es im Grünen weiter. Den Weg kennen Werner und Ute im Schlaf. Wie oft sind sie schon mit dem Auto zur Autobahn gefahren. Gut, dass überall Radwege sind.

Der Tag fängt schon gut an. Wir sind noch nicht mal losgefahren, fängt es an zu regnen.

 

Wir starten und radeln durch die Stadt. Zuerst müssen wir nach Stapelfeld. Oh je, wie oft sind diesen Weg Ute und Werner schon mit dem Auto gefahren? Gott sei Dank gibt es neben der Straße einen Radweg. Der Regen ist immer stärker geworden. Nach Stapelfeld geht es im "Grünen" weiter. 

 

In Höltigbaum machen wir Rast und schlüpfen in unsere Regenklamotten. Bis Glinde finden wir uns gut zu recht. Von dort an ist der Radweg leider schlecht ausgeschildert.

 

Wir radeln durch schöne Wiesen und Felder, manchmal durch einen kleinen Wald. Verdammt, wir finden den Radwanderweg nicht und fahren in Reinbeck auf dem neben der Straße verlaufenden Radweg. In Wentorf ist endlich Mittagspause. Schinken, Tomaten, Brot und zum Aufwärmen einen Schnaps aus meinen unendlichen selbstgebrannten Vorräten.

 

Das Wetter kann sich nicht zwischen Regen und Nieselregen entscheiden. "Fängt ja gut an, diese Radtour."  Bergedorf ist dann aber kein Problem für uns, einfach die Hauptstraße entlang Richtung Fähre. Doch bis dahin sind es gut 10 km durch Marschland. Schnur geradeaus geht es Richtung Elbe. Es ist nicht der kürzeste Weg zum Zollspieker Fährhaus aber bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom.Nur der scheußliche Seitenwind macht das Strampeln nicht gerade zum Vergnügen.

Trotzdem finden wir Zeit, den Storch, der auf einer Wiese nach Futter sucht, zu bewundern. Er ist ganz nah und unsere Anwesenheit stört ihn überhaupt nicht.

 

Endlich kommt der Deich in Sicht. Wir sind an der Elbe und damit auch auf dem Elberadweg. Jetzt sind es nur noch 3-4 km zur Fähre Zollspieker Fährhaus. Von dort wollen wir nach Hoopte übersetzen und am südlichen Elbufer bis Marschacht radeln. So ersparen wir uns Geesthacht, die stark befahren Brücke über die Elbe. Keine 10 Minuten müssen wir warten, dann legt die Fähre an und nimmt uns und ein paar Autos an Bord. Nur wenigen Minuten sind wir auf der anderen Seite und schieben unsere Räder an einer Frittenbude vorbei. Nein, nicht ganz, denn meine Mitfahrer können an den leckeren Fischbrötchen nicht vorbei. Also machen wir weider Rast und diesmal sogar ohne Regen.

 

 

Weiter geht´´ s linkselbisch und jetzt mit Rückenwind am Deich entlang, an dem sehr schöne, oft reetgedeckte Häuser stehen. Noch ca. 2 Stunden bis Marschacht. Das Zimmer habe ich, wie alle weiteren auch, telefonisch bestellt. Es ist kurz vor 18:00 Uhr, als wir vor dem Marschachter Hof stehen.Über 64 km sind wir heute geradelt. Die Kilometer durch Hamburg konnten wir nur schätzen, es sind doch etwas mehr geworden als geplant. Dies wird wohl eine der längsten Etappen der gesamten Tour gewesen sein. Mit dem vielen Gepäck wollen wir nicht mehr ganz so viele Kilometer strampeln.

 

Trotz Regen haben wir es genossen, wieder im Sattel zu sitzen und die herrliche Landschaft zu genießen. Jetzt freuen wir uns auf eine heiße Dusche und auf ein gutes Essen. Die Zimmer sind schön und das Essen reichlich und lecker. Kartoffel-Pfifferling Suppe und Sauerfleisch mit Bratkartoffeln sowie drei Putenmedallions in Gorgonzola-Feigensoße mit Broccoli. Das Bier zischt nur so durch unsere Kehlen.



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